Nachbericht Vortrag Katja Schleicher Juni 2016

„Try a little Genderness“ – Führen mit femininen und maskulinen Kommunikationsmustern

Webgrrls Regio-Abend 9.6.2016: Katja Schleicher spricht über ungenutzte Potenziale und wirkungsvolle Kommunikation

An einem Donnerstag im Juni war es soweit: Ein weiterer spannender Vortrag an einem Regioabend der webgrrls Bayern stand an. Katja Schleicher erläutert den Zuhörerinnen im bis auf den letzten Platz besetzten Arbeits(t)raum in München-Giesing auf sehr verständliche, bildhafte und unterhaltsame Art, wie wichtig es ist, die eigenen Anteile der weiblichen und männlichen Kommunikation zu kennen – und bewusst einzusetzen.

Vor allem für Führungskräfte ist das ein echter Erfolgsfaktor: Wer weiß, welches der beiden Muster in welcher Situation am besten wirkt, kann sich Vertrauen und Respekt erarbeiten. Außerdem hat eine abwechslungsreiche Kommunikation mit Lebendigkeit und Persönlichkeit zu tun, ebenfalls Eigenschaften, die die Kompetenz einer Führungskraft sichtbar und sie authentisch machen.

Was männliche und weibliche Kommunikationsmuster unterscheidet, zeigte Katja Schleicher anhand von Beispielen aus der Politik: Hillary Clinton und Christine Lagarde, Wladimir Putin und Mark Rutte, der niederländische Ministerpräsident. An diesen Personen und ihrem jeweiligen Auftreten machte sie deutlich, dass es nicht um das Thema Männer und Frauen geht, sondern eben um feminine und maskuline Aspekte des Sprechens. Jeder Mensch hat diese beiden Anteile in sich, er braucht sie nur zu entdecken.

Kennzeichen der weiblichen Kommunikation:

  • „Wir“: Gemeinsames wird betont
  • Dabei sein ist alles, dennoch mit einem gewissen Ernst verbunden
  • Indirekt, defensiv, abwartend
  • Zugängliches Stimmmuster, fragend, die Stimme hebt sich am Satzende

Kennzeichen der männlichen Kommunikation:

  • „Ich“: abgrenzend
  • Es kann nur einer gewinnen, spielerisch
  • Direkt, offensiv, ohne Umwege
  • Vertrauenswürdiges Stimmmuster, klare Aussagen, die Stimme senkt sich am Satzende

Nützliche Tipps für die Praxis hatte Katja Schleicher auch parat und präsentierte sie in ihrer unnachahmlich direkten Art ohne Umschweife:

  • Statt viel zu reden, auch mal die Stille aushalten. Wer das schlecht kann, redet im Kopf mit sich selbst.
  • Vorher über die eigene Kommunikation nachzudenken hilft, hinterher nicht zu heulen.
  • Die eigene Kommunikation auf die des Gegenübers abstimmen.
  • Und: Üben, üben, üben – wie beim Teppichreinigen zuerst an einer unauffälligen Stelle.

Ein spannender und auch sehr lustiger Abend war das, gespickt mit vielen Aha-Erlebnissen und Momenten, sich an die eigene Nase zu fassen. Dieser Vortrag wirkt sicher nach.

Bericht: Jessica Leicher, www.jessica-leicher.de; Cornelia Rüping, www.wort-in-form.de
Fotos: Elisabeth Pfahler-Scharf, www.die-emotionsfotografin.de